Rasse:
Warmblut
Geschlecht:
männlich
Geboren:
ca. 1995

Gowindas Schicksal liest sich wie die Aneinanderreihung von Katastrophen. ZunĂ€chst war er als Traber auf der Rennbahn, bis er dort einen schweren Unfall hatte und aufgrund seiner Verletzungen nicht mehr starten konnte. So wurde er an einen Reiterhof verkauft, der bald Pleite ging. Die Inhaber setzten sich nach Portugal ab und ließen 14 Pferde einfach unversorgt im Stall zurĂŒck. Ehe dies von Nachbarn bemerkt wurde und der Amtstierarzt einschritt, waren bereits sieben Pferde verhungert und weitere drei mussten vor Ort getötet werden, weil sie zu schwach waren, den Stall zu verlassen. Nur vier Pferde ĂŒberlebten dieses Martyrium, einer davon war Gowinda. Leider war sein Leidensweg damit aber noch nicht beendet. Über eine Tierschutzorganisation, die ihn zunĂ€chst aufgenommen und aufgepĂ€ppelt hatte, kam er zu einem jungen MĂ€dchen, deren reiterischer Ehrgeiz weit grĂ¶ĂŸer war als ihr MitgefĂŒhl fĂŒr ein ihr anvertrautes Lebewesen. Wenn Gowinda nicht so spurte, wie sie es wollte, wurde er von ihr geschlagen, wich er den SchlĂ€gen aus, wurde er in die Box gefĂŒhrt und dort weiter gedroschen, denn dort konnte er nicht aus. Doch Gowinda ließ sich nicht brechen. Wieder und wieder warf er seine Peinigerin ab, immer wieder stĂŒrzte sie, bis ihre Eltern schließlich entschieden, dieses „schwierige, unreitbare und unberechenbare Pferd“ zu verkaufen. Unsere erste Vorsitzende kaufte ihn frei und ĂŒbergab ihn in die Obhut von HĂ€user der Hoffnung e.V. Sie hatte ihn seit Monaten beobachtet und die frĂŒheren Halter immer wieder gebeten, Gowinda von einem Tierarzt anschauen zu lassen, da sie fest davon ĂŒberzeugt war, dass er Schmerzen hatte und diese Schmerzen auch die Ursache fĂŒr sein unruhiges Verhalten war. Dies wurde jedoch als „Unfug“ abgetan, „…der blöde Gaul sei stur und wolle einfach nicht, man mĂŒsse ihm nur mal Manieren beibringen.“

Noch am Tag unserer Übernahme ließen wir einen Tierarzt und eine Osteopatin kommen, die beide darin ĂŒbereinstimmten, dass Gowinda gleich einen ganzen Haufen von medizinischen Problemen hatte. Mehrere (!) verschobene Wirbel, eine Fissur im Schulterblatt, Probleme mit den VorderlĂ€ufen aufgrund von Überlastung und Empfindlichkeit schon auf BerĂŒhrung im hinteren RĂŒckenbereich aufgrund von massiven Problemen in der LendenwirbelsĂ€ule wurden diagnostiziert. Welche unvorstellbaren Schmerzen muss er seit Monaten gehabt haben, denn mit all diesen Problemen wurde er ja bis zum Tag seines Freikaufes auch noch geritten – und zwar nicht sanft!

Der Tierarzt leitete die Behandlung ein, war zu diesem Zeitpunkt aber skeptisch, ob Gowinda ĂŒberhaupt wieder gesund werden wĂŒrde. Nach einer umfangreichen Behandlung, viel Ruhe beim Weidegang und Zuwendung durch uns und seine Pferdefreunde hat er es aber geschafft und ist wieder völlig gesund. Schon nach kurzer Zeit konnte er Vertrauen zu uns fassen und ist inzwischen sehr schmusig, verspielt und freundlich. StĂ€ndig hat er Unsinn im Kopf, apportiert zum Beispiel unsere HĂŒte, das Putzzeug oder den stehen gelassenen Besen. Gowindas bester Freund ist Lifrase, aber auch mit den anderen Pferden versteht er sich sehr gut. Wir haben ihm versprochen, dass er fĂŒr immer bleiben darf und nie wieder unter solch unwĂŒrdigen Bedingungen leben muss. Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende oder Patenschaft, dass wir dieses Versprechen halten können.