Rasse:
Mischling
Geschlecht:
männlich
Kastriert:
ja
Geboren:
01. Januar 2007

Georgie ‚Äď der Hundeh√∂lle entkommen und
nach schwerer Krankheit sucht er jetzt ein liebevolles Zuhause

Georgie ist am 12. April 2013 bei uns eingezogen, nachdem er aus der ber√ľhmt-ber√ľchtigten T√∂tungsstation Illatos in Ungarn gerettet wurde. Er war dort in einem Innenbereicht untergebracht, in dem es kein Tageslicht gibt und die Hunde in Boxen untergebracht sind, die kaum mehr als einen Quadratmeter gro√ü sind. Den Gro√üteil der Zeit verbringen die Hunde im Dunkeln, kein Korb, keine Decke, um sich wenigstens einzukuscheln, nur etwas S√§gesp√§ne, um ihre F√§kalien und den Urin besser entfernen zu k√∂nnen, in dem sie zwangsl√§ufig liegen m√ľssen.¬†

Jeder Hund, der in der Illatos abgegeben wird, wird am Tag der Einlieferung fotografiert und registriert. Georgie`s Foto zeigt einen stattlich sch√∂nen Hund, der erstaunt √ľber das, was mit ihm geschehen ist, arglos in die Kamera schaut. Er wird sich gewundert haben, wo er denn da hingebracht wurde und wo seine Menschen geblieben sind. Menschen, die ihn einfach nicht mehr haben wollten. Vier Monate (!), viel l√§nger als die meisten Hunde, √ľberlebte Georgie unter diesen uns√§glichen Bedingungen. Dann wurden wir auf den inzwischen v√∂llig abgemagerten R√ľden aufmerksam und holten ihn zu uns. Laut Tier√§rztin h√§tte er nur noch ein paar Tage √ľberlebt, seine Rettung kam also sprichw√∂rtlich in letzter Minute.

 

Doch leider war sein Leidensweg damit noch nicht beendet, denn kaum hatte sich Georgie bei uns etwas erholt, wurde er schwer krank: IBD (Inflammatory Bowel Disease), eine sehr schmerzhafte, chronische, entz√ľndliche Darmerkrankung im fortgeschrittenen Stadium war die vernichtende Diagnose der Tier√§rztin, die nicht recht an eine Rettung glaubte, da es ihm schon sehr schlecht ging. Aber Georgie k√§mpfte, er wollte leben! An manchen Tagen hatte er solche Schmerzen, dass er nur noch weinend auf seiner Kuscheldecke lag, sich nicht einmal anfassen lie√ü. Aber selbst in seinen schwersten Stunden signalisierte Georgie einen unb√§ndigen √úberlebenswillen und deshalb machten wir weiter. Wir versorgten ihn mit Medizin und Zuwendung, schliefen sogar bei ihm im Zimmer, wenn er sich einsam f√ľhlte und taten alles, um ihm auf seinem Weg zur√ľck ins Leben zu helfen. Und tats√§chlich hat es Georgie geschafft. Nach einer umfangreichen Behandlung und di√§tetischen Ma√ünahmen lie√üen die Schmerzen nach, Georgie, der wieder beinahe zum Skelett abgemagert war, nahm wieder zu und seine Augen leuchteten wieder. Nach und nach bekam sein Fell wieder Glanz, er suchte wieder die N√§he zu seinen Bezugspersonen und brachte sogar sein Spielzeug. Er wird zwar lebensl√§nglich eine bestimmte Di√§t fressen m√ľssen, aber wenn diese eingehalten wird, wird er ein ganz normales, gl√ľckliches Hundeleben f√ľhren k√∂nnen.

  

Am 01. September 2014 haben wir Fotos von unserem lieben Georgie gemacht. Man kann deutlich sehen, wie gut er sich entwickelt hat und mit wie viel Lebensfreude er auf seinen Spaziergängen unterwegs ist.

    

Nun sucht Georgie ein liebevolles Zuhause, wo er all die schlimmen Erlebnisse der Vergangenheit abschlie√üen kann. Wemm Sie diesen tapferen R√ľden kennenlernen m√∂chten, melden Sie sich bitte bei uns.

Am 21. März 2016 haben wir diese schönen Fotos von Georgie während eines Spaziergangs gemacht:

   

03. März 2019

Georgie ging es am Morgen schon gar nicht gut, er wollte sein Futter nicht anr√ľhren, selbst von seinen Lieblingsleckerchen wollte er nichts. Auch in den Hof wollte er nicht und erst nach langem √úberreden durch Karin und Robin ging er doch mit ihnen raus, um sich zu l√∂sen. Sein Gang wankte aber und kaum hatte er sein Gesh√§ft erledigt, legte er sich hin. Selbst als Carmen mit dem Auto vorfuhr, blieb er einfach liegen, hob nicht einmal den Kopf.¬† Michi kam zeitgleich aus dem Stall zur√ľck und auch als er ihr Auto h√∂rte, bewegte er sich nicht. Michi streichelte ihn und √ľberpr√ľfte dabei seine Schleimh√§ute, die ganz bla√ü waren. Gemeinsam konnten Michi und Carmen ihn dann dazu bewegen, sehr langsam in sein Zimmer zu gehen. Carmen blieb den ganzen Tag bei Georgie und leistete ihm Gesellschaft, Elke war am Vormittag lange Zeit bei ihm und nat√ľrlich waren auch Robin, Karin und Michi bei ihm, so oft es der TierHeimablauf zulie√ü. Selbstverst√§ndlich haben wir auch gleich unseren Tierarzt angerufen, aber der war 500 km entfernt und konnte deshalb erst am Abend da sein. In die Klinik zu einem der anderen Tier√§rzte konnten wir nicht mit ihm fahren, denn er lie√ü sich definitiv nicht hoch heben, um ihn ins Auto zu setzen – da h√§tte er heftig geschnappt!

Wir boten ihm immer wieder etwas zum Fressen und Wasser an, aber er wollte nichts. Er war sichtlich geschw√§cht und zeigte ganz deutlich, dass es Zeit ist f√ľr ihn, zu gehen. Wir mussten ihn mit dem Blasrohr in Narkose legen, da das f√ľr ihn noch am stressfreisten ist, denn eine Ann√§herung des Tierarzstes w√§re nur mit √§u√üerten Zwangsa√ünahmen m√∂glich gewesen und die wollten wir ihm und uns ersparen. W√§hrend er einschlief waren Carmen, Bine, Theresa, Robin, Karin und Michi bei ihm und um 21:55 machte er seinen letzten erl√∂senden Atemzug. Ganz friedlich ist er eingeschlafen. Alle sa√üen noch lange bei ihm im Zimmer und erz√§hlten sich von den sch√∂nen und spannenden Momenten, die wir mit erleben durften.

Als er 2013 aus der T√∂tung in Ungarn zu uns kam, hatte er schon mit seinem Leben abgeschlossen und √ľber Wochen ging er zwar mit raus aus in den Auslauf, aber nahm keinen Kontakt mit uns auf. Wir stellten ihm eine Couch ins Zimmer und sa√üen jeden Abend eine Stunde lang vor dem Einschlafen bei ihm. Dann kam er, der Moment, den man nie vergi√üt und f√ľr den wir so dankbar sind: Es war der Augenblick, in dem er das erste Mal ein freudiges Strahlen in den Augen hatte, als wir ihn aus dem Zimmer holten und wir merkten, dass er aus seinem D√§mmerzustand der Traurigkeit unf Hoffnungslosigkeit erwachte.

Aber gerade, als er sich etwas eingelebt hatte, kam eine n√§chste schwierige Phase in seinem Leben, denn er bekam eine sehr heftige, chronische Darmentz√ľndung und wir glaubten manchmal schon, er w√ľrde sie nicht √ľberleben. Aber er k√§mpfte und schaffte auch diese H√ľrde. In den letzten Jahren bl√ľhte Georgie richtig auf, freute sich √ľber seine Spazierg√§nge, liebte es zu schn√ľffeln, in den W√§ldern zu buddeln und M√§usen hinterherzujagen. Jedes Mal, wenn ein Gassigeher, den er noch nicht kannte, mit ihm unterwegs war, zeigte er ihm, wo die sch√∂nsten Stellen im Wald zu finden sind und kam immer lachend von seinen Spazierg√§ngen zur√ľck. Es war richtig sch√∂n! 2018 hatte er einen leichten Schlaganfall, von dem er sich auch wieder gut erholte und kurz darauf einen zweiten, aber er k√§mpfte und erholte sich auch von dem wieder gut. Aber der Zahn der Zeit ist auch an ihm nicht spurlos vor√ľber gegangen und so hat er nun das Ende seiner Kr√§fte erreicht und die Reise √ľber die Regenbogenbr√ľcke angetreten.

Wir werden ihn vermissen und sind dankbar, dass wir ihn bei uns hatten und f√ľr die vielen gl√ľcklichen Momente, die er uns geschenkt hat.