Mit ihm fing alles an. Siddhartha war das erste Pferd, das zu uns kam. Er stand bei einem Pferdehändler und wurde dort von Clarissa entdeckt. Die hatte zu diesem Zeitpunkt noch große Angst vor Pferden, aber dennoch spürte sie, dass Siddhartha und sie zusammen gehörten – immer schon und für den Rest aller Zeit. So kaufte sie ihn frei und versuchte mit Hilfe von Pferdetrainern etwas über ihn und Pferde im Allgemeinen zu lernen. Das klappte aber nicht, denn innerhalb von nur einer Woche ließ sie fünf Trainer kommen, die sie alle nach wenigen Minuten wieder nach Hause schickte, weil sie keine Lust hatte, sich völlig veraltete Dominanztheorien über das Sozialleben von Pferden und das Verhältnis zwischen Mensch und Pferd anzuhören. Auch der raue Umgangston gegenüber den sensiblen Tieren gefiel ihr nicht und so stand sie schließlich ziemlich ratlos vor Siddhartha und wußte nicht, wie sie mit ihm umgehen sollte. Schließlich bat sie ihn, ihr möglichst viel über sich selbst und seine Pferdefreunde beizubringen – und er willigte ein, dies zu tun. Seinen Namen trägt er, weil er einmal zu ihr sagte: „Lass alle Lehrer hinter Dir und finde unsere eigene Wahrheit. Wer wirkliche Weisheit erlangen will, findet sie nur in sich selbst.“

Isabella haben wir im Alter von acht Jahren mit schwerer chronischer Hufrehe von einem Händler freigekauft. Aufgrund ihrer Erkrankung konnte sie kaum laufen, selbst beim Stehen müssen die Schmerzen schier unerträglich gewesen sein. Nach einer aufwändigen Behandlung geht es ihr jetzt aber gut.

Sie ist sehr verschmust und aufmerksam, beobachtet immer alles ganz genau und liebt Zirkusmusik! Als einmal ein Wanderzirkus in der Nähe unseres Stalls seine Zelte aufschlug und die Musik aus der Manege zu uns herüber schallte, sauste sie ganz aufgeregt zum Zaun, spitzte die Ohren und lief mit den Vorderbeinen auf der Stelle, während sie ihren Kopf wild herumwirbelte. Wir vermuten daher, dass sie einmal ein Zirkuspony war.

Beim Schmusen krault sie liebevoll unsere Haare, ohne jemals dabei grob oder unvorsichtig zu sein. Mit den Kindern des angrenzenden Bauernhofes versteht sie sich, ebenso wie ihre Freundin Sternchen, sehr gut und besticht durch ihr freundliches und sanftes Wesen.

Im Frühjahr 2019 ist unsere liebe Isabella von der Weide ausgebüxt und mitten in eine Bauernhochzeit gelaufen. Der Fotograf hat dieses niedliche Bild von ihr mit dem Brautpaar gemacht:

Am 20. August 2019 mußten wir Isabella über die Regenbogenbrücke gehen lassen, denn sie hatte wieder einen schweren Reheschub, der trotz intensiver medizinischer Behandlung nicht wirklich besser wurde. Um ihr weitere Schmerzen zu ersparen, haben wir sie einschläfern lassen. Patricia, Michi, Elke, Carola, Lothar und ich waren in ihren letzten Stunden bei ihr, da durfte sie noch mal auf die Weide und so viel Gras fressen, wie sie wollte. Außerdem einen Apfel und das von ihr geliebte Sojaextrationsschrot. 16 Jahre hat sie uns begleitet, wir vermissen sie sehr. In unseren Herzen wird sie für immer weiter leben.

Hier noch weitere Fotos von Isabella:

 

Gowindas Schicksal liest sich wie die Aneinanderreihung von Katastrophen. Zunächst war er als Traber auf der Rennbahn, bis er dort einen schweren Unfall hatte und aufgrund seiner Verletzungen nicht mehr starten konnte. So wurde er an einen Reiterhof verkauft, der bald Pleite ging. Die Inhaber setzten sich nach Portugal ab und ließen 14 Pferde einfach unversorgt im Stall zurück. Ehe dies von Nachbarn bemerkt wurde und der Amtstierarzt einschritt, waren bereits sieben Pferde verhungert und weitere drei mussten vor Ort getötet werden, weil sie zu schwach waren, den Stall zu verlassen. Nur vier Pferde überlebten dieses Martyrium, einer davon war Gowinda. Leider war sein Leidensweg damit aber noch nicht beendet. Über eine Tierschutzorganisation, die ihn zunächst aufgenommen und aufgepäppelt hatte, kam er zu einem jungen Mädchen, deren reiterischer Ehrgeiz weit größer war als ihr Mitgefühl für ein ihr anvertrautes Lebewesen. Wenn Gowinda nicht so spurte, wie sie es wollte, wurde er von ihr geschlagen, wich er den Schlägen aus, wurde er in die Box geführt und dort weiter gedroschen, denn dort konnte er nicht aus. Doch Gowinda ließ sich nicht brechen. Wieder und wieder warf er seine Peinigerin ab, immer wieder stürzte sie, bis ihre Eltern schließlich entschieden, dieses „schwierige, unreitbare und unberechenbare Pferd“ zu verkaufen. Unsere erste Vorsitzende kaufte ihn frei und übergab ihn in die Obhut von Häuser der Hoffnung e.V. Sie hatte ihn seit Monaten beobachtet und die früheren Halter immer wieder gebeten, Gowinda von einem Tierarzt anschauen zu lassen, da sie fest davon überzeugt war, dass er Schmerzen hatte und diese Schmerzen auch die Ursache für sein unruhiges Verhalten war. Dies wurde jedoch als „Unfug“ abgetan, „…der blöde Gaul sei stur und wolle einfach nicht, man müsse ihm nur mal Manieren beibringen.“

Noch am Tag unserer Übernahme ließen wir einen Tierarzt und eine Osteopatin kommen, die beide darin übereinstimmten, dass Gowinda gleich einen ganzen Haufen von medizinischen Problemen hatte. Mehrere (!) verschobene Wirbel, eine Fissur im Schulterblatt, Probleme mit den Vorderläufen aufgrund von Überlastung und Empfindlichkeit schon auf Berührung im hinteren Rückenbereich aufgrund von massiven Problemen in der Lendenwirbelsäule wurden diagnostiziert. Welche unvorstellbaren Schmerzen muss er seit Monaten gehabt haben, denn mit all diesen Problemen wurde er ja bis zum Tag seines Freikaufes auch noch geritten – und zwar nicht sanft!

Der Tierarzt leitete die Behandlung ein, war zu diesem Zeitpunkt aber skeptisch, ob Gowinda überhaupt wieder gesund werden würde. Nach einer umfangreichen Behandlung, viel Ruhe beim Weidegang und Zuwendung durch uns und seine Pferdefreunde hat er es aber geschafft und ist wieder völlig gesund. Schon nach kurzer Zeit konnte er Vertrauen zu uns fassen und ist inzwischen sehr schmusig, verspielt und freundlich. Ständig hat er Unsinn im Kopf, apportiert zum Beispiel unsere Hüte, das Putzzeug oder den stehen gelassenen Besen. Gowindas bester Freund ist Lifrase, aber auch mit den anderen Pferden versteht er sich sehr gut. Wir haben ihm versprochen, dass er für immer bleiben darf und nie wieder unter solch unwürdigen Bedingungen leben muss. Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende oder Patenschaft, dass wir dieses Versprechen halten können.

Auch Wallace wurde von einer in erster Linie ehrgeizigen Reiterin betreut, die wenig Verständnis für seine Bedürfnisse aufbrachte. Oft haben wir beobachtet, wie er tropfnass verschwitzt von der Mähne bis zu den Hufen über den Sandplatz und durch den Ort gejagt wurde. Nach zwei Stunden Dressur, Formationsreiten, viel Trab und Galopp musste er dann noch Springen. Das alles ging über seine Kräfte, sein Körper reagierte mit Krankheit. Zunächst ließ er sich die hinteren Hufe nicht mehr aufheben, später reagierte er sogar mit Ausschlagen, wenn man es nur versuchte. Eine Tierheilpraktikerin diagnostizierte, dass die Ischiasnerven beidseitig eingeklemmt waren und vermutlich ein oder mehrere Rückenwirbel verschoben seien. Behandelt wurde er aber nicht.

Nachdem Wallace die geforderte Leistung also nicht mehr erbringen konnte, sollte er weg. Clarissa hat ihn freigekauft und – ebenso wie Gowinda – sofort tierärztlich untersuchen lassen. Die Diagnose: beidseitig eingeklemmter Ischiasnerv und drei verschobenen Rückenwirbel. Dank der Hilfe einer versierten Tierärztin und einer wirklich guten Osteopatin wurde auch Wallace wieder vollkommen gesund.

Die Hufe hebt er jetzt problemlos und lässt sich auch vom Schmied geduldig behandeln.

Im Sommer 2006 erkrankte er an Borreliose. Die notwendigen täglichen Spritzen mit einem Antibiotikum ließ er sich von Kerstin und Ulli ohne irgendwelche Gegenwehr verabreichen und so überstand er auch diese Krankheit. Sein bester Freund ist Siddhartha, Wallace steckt oft den Kopf mit ihm zusammen oder steht auf der Weide neben ihm. Er ist ein wundervolles, friedliches und freundliches Pferd und wir sind froh, dass wir ihn in unserer Mitte haben. Auch er sucht noch Paten – möchten Sie helfen, seinen Unterhalt auf unserem Gnadenhof zu sichern?! Es würde ihn und uns sehr freuen!

Sternchen haben wir von einem Händler freigekauft. Sie hat chronisches Asthma, leichte Hufrehe und allerlei Allergien. Trotzdem sollte sie auf einen Reiterhof verkauft werden, um täglich viele Stunden mit Kindern auf dem Rücken im Kreis zu marschieren – der Händler hatte da keine Bedenken…

Nach ihrer Ankunft bei uns wurde sie tierärztlich versorgt und lebt jetzt weitgehend beschwerdefrei. Der Juckreiz und das Asthma kommen von Zeit zu Zeit wieder durch, sind aber durch entsprechende Behandlung „im Griff“ zu halten. Im vergangenen Winter hatte sie einen schlimmen Asthmaanfall und wäre beinahe erstickt, aber Dank unseres hervorragenden Tierarztes haben wir sie wieder „auf die Reihe“ gekriegt.

Es dauerte eine ganze Weile, ehe sie Vertrauen zu uns gefaßt hat. In den ersten Wochen stand sie fast immer nur für sich allein, mit einem so traurigen Blick, dass es einem das Herz brechen konnte. Doch nach einiger Zeit taute sie auf und hat seitdem eine gute Bindung zu uns, zu Isabella und vor allem zu Lanzelot und Siddhartha aufgebaut. Sie findet es toll, wenn Ulli ihr im Sommer Zöpfe flechtet, damit sie unter ihrer dichten Mähne nicht so schwitzt. Sie geht gern spazieren und liebt es, am Mähnenkamm gekrault und am Hintern geschubbert zu werden. Sie ist unglaublich sensibel und sanft.

Unser liebes Sterchen ist am 28. Juni 2020 über die Regenbogenbrücke zu ihrer Freundin Isabella gegangen. Sie hatte eine Kolik, die nur durch eine Operation geringe Aussichten auf Heilung gehabt hätte und deshalb wollten wir ihr diese schwere Operation in ihrem Alter nicht mehr zumuten. Der Tierarzt riet uns dringend zur Einschläferung und so ließen wir sie gehen. Elke, Karin, Carola, Michi und Clarissa waren bei ihr, als sie ihre letzte Reise antrat.

Wir werden ihr freundliches Begrüßungswiehern jeden Morgen, ihr Hufscharren, wenn wir nicht schnell genug waren mit dem Futter und ihr energisches Stampfen, wenn sie keine Lust hatte die Hufe geputzt zu bekommen vermissen und ihr fröhliches Wesen wird uns immer in Erinnerung bleiben.

Lifrase war zunächst im Springsport in Italien eingesetzt. Nach Jahren zwischen Stall, Hänger und Turnier war er schließlich körperlich so ausgelaugt und krank, dass er für den Sport nicht mehr taugte. Für die meisten Pferde bedeutet dies nach wie vor das Todesurteil, so auch für ihn. Er wurde an einen Händler verkauft, der die Tiere nach Argentinien verschiffte – werden sie dort geschlachtet und zu „argentinischen Spezialitäten“ verarbeitet, die dann wieder in alle Welt exportiert werden, ist für das einzelne Tier ein höherer Schlachtpreis zu erzielen. Zunächst aber schien es so, als hätte er Glück. Eine italienische Tierschützerin sah ihn am Hafen kurz vor dem Verladen und kaufte ihn frei. Sie nahm ihn mit auf ihren Gnadenhof, wo er den Erzählungen nach gut behandelt wurde.

Dann aber „verliebte“ sich ein deutsches Mädchen, das ihren Urlaub in der Nähe verbrachte, in ihn und weil die Tierschützerin glaubte, Lifrase damit etwas Gutes zu tun, verschenkte sie ihn an sie. Doch leider behandelte sie ihn alles andere als liebevoll. Ihr ganzer Ehrgeiz bestand darin, aus dem ehemaligen Springpferd noch eine Leistung herauszuholen, mit der sie vor ihren Freunden angeben konnte. Durch die ständige Überforderung, denn schon damals galt Lifrase ja als gehandicapt, kam es zu immer mehr körperlichen Problemen. Auf Drängen von anderen Einstellern des Stalls wurde nach Monaten endlich ein Tierarzt geholt, der Lifrase gründlich untersuchte, denn er hatte offensichtlich starke Rückenschmerzen und die Sehnen der Läufe, insbesondere vorne, bestanden weitgehend aus Vernarbungen. Der Tierarzt riet zu sehr vorsichtigem Vorwärts- Abwärtsreiten, um durch das Gymnastizieren die Rückenmuskulatur zu stärken. Er solle geschont und liebevoll umsorgt werden.

Die junge Besitzerin vernahm`s und scherte sich in keiner Weise um die Empfehlungen. Statt dessen ließ sie Lifrase weiterhin über bis zu 1,60m (!) hohe Hürden springen und beim Reiten auf dem Sandplatz auf den Hinterläufen steigen, während sie auf seinem Sattel sitzend Beifall ihrer johlenden Teenagerfreunde einheimste. Es war furchtbar… aber damit nicht genug. Sie unternahm lange Ausritte, während derer sie ihn mit Kandare, Peitsche und kurz gehaltenem Zügel zum Galopp zwang, oftmals kam Lifrase vor Schmerzen zitternd zurück zum Stall. Die informierten Eltern glaubten den anderen Reitern nicht, dass ihr liebes Kind zu solchen Untaten fähig sei und unternahmen – gar nichts.

An einem heißen Sommertag schließlich überspannte die inzwischen 16jährige den Bogen derart, dass Lifrase bei einem zu schnellen Umlaufen einer Kurve stürzte und sich einen der vorderen Läufe schwer verletzte. Eine große Fleischwunde klaffte bis auf den Knochen, das Blut lief über den Huf – Lifrase wurde trotzdem zum Stall zurück geritten! Das Mädchen hatte nicht einmal den Anstand, ihn zu führen, sondern saß auf ihm und meinte, für ihn sei es kein Unterschied, ob er mit oder ohne sie auf dem Rücken zum Stall zurück müsste. Sprach`s, sattelte ihn ab und stellte ihn ohne einen Tierarzt zu rufen, so wie er war auf die Weide und fuhr zu ihrem Freund. Andere Einsteller des Stalls riefen den Tierarzt und sie waren es auch weitgehend, die in den nächsten Tagen und Wochen seine Wunde auswuschen und ihn versorgten. Das einzig Gute an Lifrases inzwischen desolaten Zustand war, dass das Mädchen das Interesse an ihm endgültig verlor, zu einer Freundin sogar sagte, sie bereue, dieses dämliche Pferd jemals genommen zu haben.

Wir kauften Lifrase im Sommer 2004 zum Schlachtpreis frei. Er ist ein sehr großes und ebenso sensibles Pferd, auch heute noch oft geplagt von Ängsten, wenn sich zum Beispiel menschliche Hände zu schnell in Richtung seines Kopfes annähern. Viel zu oft hatte er die Erfahrung machen müssen, dass das nichts Gutes bedeutet.

Er kommt nach zahlreichen Behandlungen, unter anderem über Monate mit Magnetfeldtherapie, ohne Schmerzmittel aus und ist unumstrittener Chef der Herde.

Der wichtigste Mensch in seinem Leben ist Kerstin und sein bester Freund ist Gowinda. Während diese Zeilen geschrieben werden, spielen die beiden Pferde bei Sonnenuntergang auf der Weide, necken sich gegenseitig und knabbern einander die Mähne. Wir haben ihm versprochen, dass es bis zu seinem Tod nie wieder anders sein wird. Deshalb suchen wir nach Menschen, die mit einer Patenschaft dazu beitragen, dass er noch viele Abende unter den großen Bäumen auf der Weide steht…

 

 

 

 

 

 

Am 04. Oktober 2014 ist Lifrase gestorben. Er hatte sich in der Nacht zuvor bei einem Sturz die Hüfte angebrochen und konnte keinen Schritt mehr weiter… im wahrsten Sinne des Wortes. Irgendwie hatte er es sogar geschafft, trotz der starken Schmerzen noch einmal auf die Beine zu kommen, als wir ihn morgens fanden, stand er aufrecht da. Typisch Lifrase – immer erhobenen Hauptes, egal, wie widrig die Umstände in seinem Leben waren.

Lifrase, wir werden Dich nie vergessen. Du warst und bist großartig! Wir alle vermissen Dich – besonders Dein treuer Freund Gowinda – und diese schönen Fotos von Dir bleiben uns als Erinnerung.

 

 

 

Lanzelot ist der Bruder von Wallace und kam im Juli 2007 zu uns. Die beiden Brüder standen schon früher zusammen und als wir Wallace frei kauften, wollten wir schon damals auch seinen Bruder mitnehmen, damit die beiden, die sehr aneinander hängen, nicht getrennt werden mussten. Zu diesem Zeitpunkt wollte man das Traumpferd Lanzelot aber nicht hergeben.

Nur 2 ½ Jahre später hatte sich die Meinung über Lanzelot gründlich geändert. Auf einmal galt er als schlecht verträglich mit den anderen Pferden (was wir nicht bestätigen können!) und als zu häufig krank, also nicht reitbar. 2005 hatte er eine Sehnenentzündung im rechten Vorderlauf, die mit Salbenverbänden behandelt wurde. Im Frühjahr 2007 zeigte sich die gleiche Erkrankung im linken Vorderlauf. Eine gewisse Empfindlichkeit der Vorderläufe wird ihm wohl bleiben, aber er braucht keine Medikamente oder besondere Behandlung.

 
Allerdings schien es so, als könnte er seinem Besitzer nichts mehr recht machen und so beschloss dieser schließlich im Juli 2007, ihn zum Metzger zu geben. An einem Freitag rief uns dann eine junge Frau, die Lanzelot kannte und ihm gern helfen wollte, an und fragte, ob wir ihn übernehmen könnten, weil er sonst am nächsten Morgen abgeholt würde. Wir sagten seine Übernahme sofort zu und schon am nächsten Tag wurde Lanzelot zu uns gebracht.

Das Wiedersehen der beiden Brüder war sehr bewegend, denn die beiden erkannten sich sofort. Als der Hänger mit Lanzelot vorfuhr hatten wir Wallace mitgenommen und kaum sahen sich die Brüder, riefen sie nacheinander. Sofort, nachdem wir Lanzelot aus dem Hänger aussteigen ließen, stecken sie die Köpfe zusammen und liefen einträchtig über den Sandplatz, auf dem wir das erste Treffen arrangiert hatten. Schon eine Stunde später stand Lanzelot mit den anderen Pferden einträchtig zusammen auf der Weide.

 

Wir haben ihn als freundliches, leicht zu führendes und zurückhaltendes Pferd kennen gelernt und uns ist völlig schleierhaft, wie jemand glauben kann, er sei schlecht verträglich mit Artgenossen. Wir beobachten ganz im Gegenteil, dass er jedem Streit aus dem Weg geht und sich wunderbar in die Herdengemeinschaft einfügt.

Er ist sehr menschenbezogen und kommt immer gleich angelaufen, wenn einer von uns zum Stall herauf kommt. Auch er ist sehr kuschelig, genießt jedes freundliche Wort und wird gern gestriegelt und „betüttelt“. Sorgen macht uns einzig und allein die finanzielle Situation, denn wir haben zwar aus vollem Herzen „ja“ zu ihm gesagt, aber wie in jedem Tierschutzverein sind die finanziellen Mittel knapp. So hoffen wir – und er – auf eine Patenschaft, die hilft, seinen Aufenthalt bei uns und seinen Pferdefreunden zu sichern. Möchten vielleicht Sie der Pate/ die Patin für dieses sanfte und freundliche Pferd sein?!

 

Am 09. Spril 2014 ist Lanzelot gestorben. Wir waren bei ihm, als er den Weg über die Regenbogenbrücke gegangen ist und seinen Bruder Wallace zurück lassen mußte. Er hat tapfer gekämpft in den letzten Monaten, aber die Schmerzen in den Vorderläufen wurden immer unerträglicher und eine Heilung war nicht mehr möglich. So haben wir ihn gehen lassen. Wir werden ihn vermissen, er war ein wunderbares Pferd – und wird es in unseren Herzen immer sein. DANKE für die Zeit, die wir mit Dir verbringen durften, Lanzelot. Du warst großartig!